Seminarbericht 2015


VFT Herbstseminar 19. - 20. November 2015 in Wiesbaden - Niedernhausen

Attraktiv am neuen Standort Wiesbaden

Der Standortwechsel von Kassel nach Wiesbaden hat dem Erfolg des VFT-Seminars keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Über 230 Teilnehmer konnte der Verband verbuchen. Und auch in der so wichtigen Nachwuchs-Arbeit belegen zirka 45 Studenten die neue Attraktivität von Seminar und Verband. Der Fokus auf die Aus- und Weiterbildung hat beim VFT bereits Tradition.

Einbruchschutz, Sicherheit und Wärmedämmverbundsysteme – das waren die Themenfelder, die in diesem Jahr für die Branche aufbereitet wurden. Das für selbständige Planer so wichtige Thema Recht ist ohnehin seit Bestehen des Seminars ein fester Bestandteil der Vortrags-Agenda.

Mit Einbruchschutz und Sicherheitstechnik auf Höhe der Ereignisse
Die Mannschaft um Hugo Philipp hatte mit dieser Auswahl ganz offensichtlich das Interesse ihrer Kollegen richtig eingeschätzt. Einbruchschutz ist zuvörderst ein Problem der Gebäudehülle und seit dem immensen Anstieg der Fälle und dem Vorgehen straff organisierter Banden weit vorne im öffentlichen Bewusstsein verankert. Zudem hat der Haushaltsausschuss des Bundestags im Mai dieses Jahres die Freigabe zusätzlicher Gelder für die Einbruchsprävention in Deutschland beschlossen. Genau die richtige Zeit also, dieses Thema auch in fachtechnischer Hinsicht für die Gebäudehülle zu erschließen.

Die beiden Kriminalräte Harald Schmidt und Sascha Scheller konnten hier über Tätervorgehen, Empfehlungen der Polizei und die Besonderheiten von Gewerbebauten kompetent referieren.

Die Überleitung zum Thema Sicherheitstechnik leistete der Vortrag des Beschussamtes Ulm. Bei bestimmten Bauvorhaben ist die Durchwurf-, Durchbruch- und Durchschusshemmung ein wichtiges Merkmal für Verglasungen und andere Fassadenmaterialien. Referent Peter Haeusler konnte hier über die Prüfkriterien von Konstruktionen fachkundige Auskunft geben.

Pionierarbeit für die Branche
Hugo Philipp, 1. Vorsitzender des VFT, leistete auch mit seinem zweiten wichtigen Thema Pionierarbeit für die Branche: Wärmedämmverbundsysteme sind fachtechnisch zu planen, denn die Baupraxis belegt Schäden mit und um das System WDVS.
Zudem gilt: Die brandschutztechnischen, energetischen und wirtschaftlichen Anforderungen an die Gebäudehülle sind grundsätzlich hoch – unabhängig davon, welche Bekleidung zum Einsatz kommt. Den bauphysikalischen Teilaspekt dieses Themas referierte Prof. Dr.-Ing. Frank U. Vogdt von der TU Berlin gewohnt kenntnisreich.

Hinzu kommen die Schnittstellen zu anderen Konstruktionsarten und Funktionsteilen wie Attiken, Stürze, Fensterbänke und Fußpunkte. Hier ist ebenfalls ingenieurtechnisches Wissen notwendig – und das wurde auf dem VFT-Seminar vermittelt. Übrigens auch von einem Malermeister. Matthias Kastner referierte aus dieser Sicht seinen Stand der Dinge in Sachen WDVS.

Hineinwachsen in bewährte Strukturen
Die Mischung aus Fachinformation und Netzwerken, die Kombination aus Fachtechnik und Hersteller-Forschung und die Schnittmengen zu angrenzenden Branchen, Gewerken und Experten kennzeichnen das VFT-Seminar seit vielen Jahren. Hier kommen Fachleute miteinander ins Gespräch, die über diese Dialogbereitschaft die beteiligten Branchen weiterentwickeln und vorwärts bringen.

Dazu trägt auch die Abendveranstaltung bei. Hier besteht die Möglichkeit, sich in entspannterem Rahmen zu vernetzten. Dass das gewünscht und angenommen wird, zeigen die steigende Besucherzahlen und das Hineinwachsen des Nachwuchses in diese bewährten Strukturen.

Christian Siemers

Legende:
1 Hugo Philipp, erster Vorsitzender des Verbandes für Fassadentechnik eröffnet das Seminar. 2 Das nennt man „gespannte Aufmerksamkeit“. 3 Carmen Christmann-Kaiser (Verbandsgeschäftsstelle) und Thomas Schack freuen sich über eine gelungene Veranstaltung. 4 Studenten der Fach- und Fachhochschulen Vilshofen und Mosbach anlässlich des Seminars. 5 Steigende Teilnehmerzahlen belegen die Attraktivität des VFT-Seminars.
6 Die Abendveranstaltung bietet Entspannung und Netzwerken gleichermaßen.

 

Quelle: fassadentechnik 6 / 2015 Cubus Medienverlag

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